Ein langer goldiger Herbsttag












2011-10-22 (Andreas Bode)

Keine Frage, der Tag war goldig. Der Nebel löste sich bereits am frühen Morgen auf und die Blätter leuchteten mit den Posten bei strahlend blauem Himmel um die Wette. Jetzt kann ich gar nicht mehr behaupten, in Höchstadt regnet es immer.
Das mitten auf der neuen Karte gelegene ehemalige Dorf Krumbach mit seinen Weihern wurde einstimmig als sehr idyllisch bezeichnet. Ich kann's bestätigen.

Auch wenn sich auf Facebook keiner dazu geäußert hat, ob eine superlange Strecke Sinn macht, ich habe die Arbeit riskiert und wurde mit 9 Startern belohnt. Interessant, dass die ersten 5 nach 1:40 nur 4 Minuten Abstand hatten. Das ist verdammt eng bei der langen Laufzeit.
Zum Glück war's ein Trainingslauf, denn der 14. Posten war bei meiner Postennetzkarte genau auf dem Falz, so dass ich ihn beim Hängen vergessen habe. Allerdings war es im Umkreis von 2km die einzige größere Lichtung mit Futterkrippe und Hochstand, so dass die Entscheidung weiterzulaufen nicht allzu schwer gewesen sein dürfte.

Diesmal war nicht die lange schwere sondern die kurze leichte Strecke der Favorit. 6 der 16 Startgruppen oder Einzelläufer gehörten zum P-Seminar OL des Ohm Gymnasiums Erlangen. Die Schüler waren nicht besonders langsam unterwegs, auch wenn sie in einem Fall erst mal eine größere Runde außerhalb der Karte gedreht hatten. Wieder am Start und um einiges an Erfahrung reicher wollten sie es dann aber doch noch wissen ... und waren recht schnell wieder da ... mit allen Posten!

72 Leute waren es insgesamt, die sich auf die Socken machten. Das sind viele wenn man bedenkt, dass aus den benachbarten OL Regionen Coburg und Regensburg wegen eigener Läufe fast keiner kam.

==> Ergebnisliste

Die Rangliste für 2012 ist eröffnet. Dank der Handicaps, liegen die Favoriten erst mal hinten. Aber es stehen ja noch 4 Läufe an.
Bei den Damen gibt es gleich 4 erste Plätze!

OL International in Höchstadt  (Guido Seeger)

Ein Hauch von ARGE ALP im Birkacher Wald: blendendes Wetter, knifflige Posten und Teilnehmer aus der Schweiz, die auch ganz vorne mitmischten ;-)

Ich hatte ja im Vorfeld das Schlimmste befürchtet: drei Wochenenden hintereinander Wetterglück (ARGE ALP, Bayerncup, Höchstadt), das war einfach unwahrscheinlich, und in Höchstadt hatten wir schon die nassesten Läufe überhaupt erlebt. Deswegen: da mochte der Reiz noch so groß sein, "Fortgeschritten extra lang" zu laufen, was es nur bei Andreas gibt, der Mut reichte nur für "Fortgeschritten lang". Außerdem, wenn sich die lokalen Spitzenläufer alle auf die längste Strecke verziehen, ist ja vielleicht mal eine bessere Platzierung drin? Da hatte ich allerdings die Rechnung ohne die hausinterne Konkurrenz gemacht...

Jedenfalls war das Wetter super, und dank einer glücklichen Fügung konnten wir gleich noch mit Verstärkung anrücken: Schwägerin und Kinder aus der Schweiz. Alle zum ersten Mal dabei, weswegen jeder einen "Berater" aus unserer Familie dabei hatte, um den Umgang mit Karte und Kompass schneller zu verstehen. Und sie schlugen sich wacker -- lauter Podiumsplatzierungen! Woraufhin später am Abend gleich die Schweizer Internetseiten nach OL-Terminen durchforstet wurden...

Bei den Posten hatte Andreas die Schwierigkeiten gut verteilt: für die Fortgeschrittenen den einen oder anderen Posten, den man nur mit guter Technik und genauem Kartenstudium schnell finden konnte, und für die Einsteiger eine kleine Prüfung des Selbstvertrauens: Posten 71-79 hatten durch ein Versehen im Gelände um 10 höhere Nummern. Wer also den recht deutlichen Hinweis am Auto nicht gelesen hatte, durfte dann durch beherztes Abstempeln einer anderen Nummer beweisen, dass er wirklich das Postenobjekt gefunden hatte. Merke: man liest vor dem Lauf immer die letzten Informationen -- oder büßt hinterher mit Grübeln und Suchen.

Ach ja, da war noch die hausinterne Konkurrenz: mein eigener Lauf war ganz ok, mit ein paar Fehlern an den schwierigeren Posten -- OL erzieht zur Bescheidenheit, bei jedem Lauf lernt man, wie viel besser man noch sein könnte -- und eigentlich dachte ich, in Schlagdistanz meines Sohnes Frederik gekommen zu sein. Vor allem, da der mir von "schweren Fehlern" an Posten 11 und 14 berichtete. Und dann die Verblüffung am Abend: Frederik hatte die FL gewonnen, was er selbst kaum glauben konnte. Fast 14 Minuten schneller als ich. Wie kann man im Wald nur so schnell rennen?? Da muss im Winter wohl doch wieder mehr Lauftraining her...

Thilo musste hinterher etwas getröstet werden, weil er die FM gerne gewonnen hätte, und dazu hätte er ohne den Postendreher wohl auch echte Chancen gehabt. Aber wie gesagt, wer die technischen Hinweise vor dem Lauf nicht liest und dann auch Papas hilfreiche SMS nicht bemerkt, der muss seine Fortschritte eben beim nächsten Mal zeigen :-))

Jedenfalls hatten wir alle wieder sehr viel Spaß und genug Stoff für viel Fachsimpeln nach dem Lauf.
Danke, Andreas, und auf Wiedersehen im nächsten Jahr! Ich behaupte auch nicht wieder, dass es in Höchstadt immer regnet ;-)

 

Stand: 2009-10-21
Webmaster: Andreas Bode
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